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Berto为Shanghai oder der Unterschied zwischen China sehen und verstehen

China: der Unterschied zwischen verkaufen und verstehen. Von Meda nach Shanghai, Reisenotizen von BertO. Eine Reise, die auf der Mailänder Möbelmesse „Salone del Mobile 2019“ ihren Ausgang nimmt.

„Nach China oder nach Shanghai gehen”, das war in unserer Branche der handwerklichen Fertigung von Möbeln nach Maß Made in Italy im Laufe der Jahre mit unterschiedlichen Gefühlen verbunden.

Da waren die Jahre der Begeisterung, in denen sich eine außergewöhnliche Gelegenheit aufzutun schien, und so mancher hat sie beim Schopf ergriffen. Es herrschte Euphorie!
Dann gab es die Jahre, in denen der Ferne Osten und insbesondere China sich für viele Kollegen als einzigartige Chance darstellte, den Umsatz wieder steigen zu lassen. Es gab Hoffnung.
Und schließlich folgten die Jahre, in denen diese Länder nur bestimmte Versprechen zu halten schienen und andere nicht. Es kam die Ernüchterung.

Wir bei BertO haben keine dieser Stimmungen direkt miterlebt. Für uns bedeutet China etwas ungeheuer Mächtiges, nicht nur im Hinblick auf die Macht, die ein Land mit 1,5 Milliarden Einwohnern gemeinhin vermittelt.

Vielmehr setzt die Vorstellung, sich einer Lebensweise anzunähern, die sich von der unseren derart radikal unterscheidet, unglaubliche Kräfte frei. Natürlich gibt es in den grundlegenden Zügen auch gewisse Gemeinsamkeiten, wie das Alltagsleben, der Raum für die Familie und die Gelegenheiten des geselligen Beisammenseins.

BERTO为SHANGHAI crowdcrafting berto salotti

Seit geraumer Zeit unterhalten wir Beziehungen zum chinesischen Markt. Wenngleich uns die Erfahrung des „Verkaufs in China” nicht völlig fremd ist, so können wir doch nicht das gleiche sagen, wenn es darum geht „China zu verstehen“, d. h. die Menschen zu verstehen und ihre Weise den Alltag zu leben.

Daher ist in der Überschrift zu diesem Post von dem „Unterschied zwischen verkaufen und verstehen” die Rede.
Und gerade damit befassen wir uns.

Im Hinblick auf unsere italienischen und europäischen Kunden gibt es im Grunde keine kulturellen Hindernisse zwischen unserem Angebot und dem Lebensstil der Kunden.

Wenn wir aber ein Sofa in Shanghai zum Kauf anbieten, können wir uns da sicher sein, dass es akzeptiert, verstanden und richtig interpretiert wird?

Trotz unserer zahlreichen geschäftlichen und nicht geschäftlichen Kontakte, die wir bisher mit dem Land des Drachen gepflegt haben, sind wir uns in dieser Hinsicht ganz und gar nicht sicher.

Das soll uns jedoch nicht von unserer Reise in den fernen Osten abhalten. Wir haben sie bereits begonnen und wünschen uns, dass sie ihren krönenden Abschluss in Shanghai finden wird, in dieser fantastischen 32 Millionen Einwohner zählenden Stadt: Gerade in dieser einwohnerreichsten Stadt Chinas und der Welt ist die Eröffnung unseres neuen Geschäfts geplant.

Bei 32 Millionen Menschen, welcher wird der kleinste gemeinsame Nenner von Komfort sein?

Welche die gemeinsame Vorstellung von Qualität? Welche die Interpretationsregeln des „nach Maß”?

Auf diese Fragen haben wir bislang keine Antworten.
Mit diesen Fragen möchten wir uns nicht allein auseinandersetzen, die entsprechenden Antworten möchten wir nicht allein finden.

Was wissen wir Italiener aus der Brianza vom Leben einer chinesische Familie?
Was bedeutet ein Abend zu Hause für eine Gruppe chinesischer Freunde?
Welchen Stellenwert haben die Einrichtungsgegenstände in einer Kultur, von der wir nicht einmal das Alphabet kennen?

Also, los geht’s! Wir starten unsere Reise, die nicht dazu betragen soll, zu verkaufen, sondern zu verstehen.

Schließlich ist es in unserem Unternehmen üblich, den Kontakt zu suchen, ein gewisses Zusammenwirken vorzuschlagen. Wir versuchen, dem innersten Wunsch der Personen nahe zu kommen, die sich für uns entscheiden. Wir versuchen, ihre Individualität in einer gegebenen Zeit, an einem gegebenen Ort, in einem bestimmten Lebensabschnitt anzusprechen.

Genau das haben wir in Bezug auf unsere Absicht „nach China zu gehen” vor: Wir möchten die Reise gemeinsam antreten und wir wünschen uns chinesische Reisegefährten, die uns zum – geografisch und kulturell – weit entfernten Ziel begleiten.

Worauf wollen wir hinaus?

Wer uns kennt, wer schon einmal unsere gemeinschaftlich erarbeiteten Projekte für Managua und Manhattan miterlebt hat, hat schon verstanden: Wir möchten ein Crowdcrafting-Projekt für Shanghai ins Leben rufen.

Im Rahmen des Salone del Mobile 2019 startet die gemeinsame Planung und Fertigung eines Sofas, das nach Vorgaben entstehen soll, die während der Design Week von unseren Polsterfachleuten gemeinsam mit einer möglichst breitgefächerten Vertretung chinesischer Besucher bei einem Treffen in unserem Showroom in Meda ausgearbeitet werden.
Sofort danach geht es an die Umsetzung unseres Crowdcrafting, das zur Fertigung dieses Sofas als Ausdruck eines – hoffentlich erfolgreichen – Gemeinschaftswerks führen soll.

Denn unsere Erfahrung hat gezeigt, dass es für unser Unternehmen bei der Erschließung eines neuen Marktes – egal ob Venetien oder China – von größerem Nutzen ist, nicht sofort auf den Verkauf abzuzielen, sondern erst einmal in aller Bescheidenheit, die Familien, die Frauen und Männer, die dort leben, verstehen zu lernen.

Daher führt der Weg, den BertO in den Fernen Osten einschlägt, über ein gemeinsames Arbeitsprojekt: eine konkrete Idee, die wir mit unseren Händen gemeinsam erarbeiten.
Italienische Hände und chinesische Hände, die zusammen arbeiten, um etwas Einzigartiges nach Maß für Shanghai zu schaffen und um sich gegenseitig kennenzulernen.

Werden wir das schaffen?
Wird es uns gelingen, uns zu verstehen?
Sind wir mutig genug, auf unser Vorwissen zu verzichten, um das zu Lernende aufnehmen zu können?

Berto为Shanghai ist genau das, entweder es gelingt oder es wird nichts daraus.

Treffpunkt Il Salone del Mobile 2019!

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