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BertO schenkt Shanghai Gehör. 10 Fragen aus Italien, 10 Antworten aus China. Wir danken Anna Lin!

Wie schon erwähnt, kann man sich Shanghai und China auf vielerlei Weise nähern.

Wir bei BertO sind der Ansicht, dass Zuhören sowohl allgemein gesehen als auch in geschäftlicher Hinsicht die beste und fairste Art ist.

Denn die Kommunikation unserer Marke geht immer vom Zuhören aus, egal ob in unseren Showrooms, in den sozialen Netzwerken, am Telefon mit einem Kunden oder wenn ein frisch verheiratetes Ehepaar unsere Kundenbetreuung über Skype kontaktiert, das sind nur Details.

Grundlegend ist dagegen das nachfolgende Gespräch: Es gehört zum Projekt der progressiven Annäherung an den großen asiatischen Kontinent, vor allem an China und im Besonderen an Shanghai.

Das Zuhören, das wir in diesem Projektzusammenhang in die Praxis umsetzen, hat die Form eines Interviews, eher eines zwanglosen Gesprächs mit der ortsansässigen Designerin und Unternehmensentwicklerin Anna Lin, die seit 24 Jahren in der Design- und Modebranche tätig ist und sowohl unsere Branche als auch unseren Betrieb sehr gut kennt.

Und das hat sie uns berichtet: 🙂

Anna Lin - BERTO为SHANGHAI

BertO: Wie ist dein Verhältnis zu Shanghai?

Anna Lin: Ausgezeichnet! Ich konnte für die Gründung und Förderung von Niederlassungen italienischer Unternehmen tätig sein und muss sagen, dass es sich hier sehr gut arbeiten lässt.

BertO: Woran denkt ein Einwohner von Shanghai, wenn „Italien” erwähnt wird?

Anna Lin: Ich glaube, dass der Gedanke an Italien bei einen Einwohner von Shanghai vor allem die italienische Atmosphäre und Lebensphilosophie wachruft, die Kunst zu leben und das Leben zu genießen. Und vor allem: Raffinesse.

BertO: Und welche Aufmerksamkeit gilt italienischen Möbeln in Shanghai?

Anna Lin: Auch im Hinblick auf den Einrichtungssektor steht wieder der Lebensstil im Vordergrund… im Grunde repräsentiert der Einrichtungssektor das, was vielleicht am besten die richtigen Lebensentscheidungen in einer bestimmten Zeit und einem bestimmten Raum repräsentiert, wie das Zuhause, wo man seine Freizeit sich selbst und seinen Lieben widmet.

BertO: Es gibt viele berühmte Marken in China… wie wird eine kleine Nischenmarke wie BertO wahrgenommen?

Anna Lin: BertO wird ganz und gar nicht als kleine Marke betrachtet… Was von der Marke wahrgenommen wird, ist nichts Geringeres als die Repräsentation einer derart umfassenden Italienità, dass sie in Wirklichkeit richtig stark herauskommt. Folglich wird sie als bedeutende Marke erlebt.

BertO: Was bedeutet Komfort in Shanghai?

Anna Lin: Heutzutage bedeutet „Komfort” für einen Chinesen, sich selbst zu sein.
Während der Begriff früher wohl eher an die materiellen Aspekte der Momente geknüpft war, die Entspannung erlaubten.
Für die junge Generation gilt das jetzt nicht mehr: Für sie hat Komfort einen psychologischen Aspekt, der an den Lebensstil gebunden ist. Shanghai ist eine internationale Stadt, in der eine viel offenere und aufnahmefähigere Lebensweise gepflegt wird… Wenn man daher von Komfort spricht, so sind die Einwohner von Shanghai sehr viel anspruchsvoller im Hinblick auf die Materialien, das Design und allgemein im Geschmack. Wir befinden uns in der modernsten Stadt Chinas.

BertO: Die chinesische Ästhetik scheint sich sehr von der europäischen und insbesondere von der italienischen zu unterscheiden. Besteht dieser Unterschied im ästhetischen Empfinden wirklich?

Anna Lin: Die Antwort darauf fällt verschieden aus, je nachdem, ob wir China als Ganzes oder nur Shanghai betrachten. In Bezug auf China besteht dieser Unterschied, dagegen nähert sich Shanghai dem europäischen Geschmack immer mehr an.

BertO: Kennt und schätzt man das italienische Design?

Anna Lin: In der Stadt wird das italienische Design sehr geschätzt. Wirklich sehr.

BertO: Für einen Italiener ist das „Zuhause”, das Heim etwas Grundlegendes, Elementares, das vielleicht mehr als in anderen Ländern mit sehr starken Empfindungen und Gefühlen verknüpft ist. Findet sich auch in Shanghai die gleiche Bedeutung von Familie, heimischem Herd und emotionaler Geborgenheit?

Anna Lin: Hier muss ich etwas klarstellen, was nicht sehr positiv ist: Hier wird zu viel gearbeitet! Daher wird das Zuhause und die dort verbrachte Zeit vernachlässigt. Dagegen gewinnt das Konzept von „Status” an Bedeutung, mit dem man sich gern Freunden und Verwandten gegenüber darstellt. Ein schönes Heim ist der lohnende Beweis für gesellschaftlichen Erfolg.

Ferner macht sich die Vorstellung von einem inspirierenden Heim breit, einer intimen Vision, die dem persönlichen Genuss nachkommt. Das ist in Italien und Europa sehr stark ausgeprägt, und macht sich auch in Shanghai langsam immer mehr bemerkbar.

BertO: Für uns ist ein Wohnzimmer für gewöhnlich ausgestattet mit Sofa, Sesseln, Ablagetischen… und in einer traditionellen chinesischen Wohnung?

Anna Lin: Das ist sehr amüsant: Der Living Room ist winzig! Unsere Maße sind nicht mit denen der durchschnittlichen italienischen Wohnungen vergleichbar. Aber auch hier finden sich ganz gewiss ein Sofa, nicht mehr als 2 m lang, und ein oder zwei kleine Sessel. All dies ist stets von der Küche getrennt.

In den letzten 10 Jahren entstanden auch 1-Zimmer-Wohnungen. Aufgrund des begrenzten Raums wird eine solche Wohnung normalerweise der Freizeit und den Freunden gewidmet, aber es wird nicht zu Hause gegessen wie in Italien. Die Maße einer durchschnittlichen Wohnung lassen dies nicht zu.

BertO: Gibt es deiner Meinung nach Gemeinsamkeiten zwischen dem Alltagsleben in Italien und in China, in Shanghai?

Anna Lin: Aus meiner Sicht ist eine Differenzierung nicht so einfach. Viel hängt von der Bevölkerungsschicht ab, die wir in Betracht ziehen möchten. Es gibt große Unterschiede im Lebensstil. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Bevölkerung von Shanghai fast die Hälfte der italienischen Bevölkerung ausmacht. Wenn ich eine Charakteristik anführen soll, dann die, dass die Stadt gegenüber allen Kulturen sehr aufgeschlossen ist. Das Gleiche gilt für die Mode und Trends.

BertO: Und worin besteht der größte Unterschied zwischen einem typischen Tagesablauf in China und Italien?

Anna Lin: Von Klischees abgesehen, konzentrieren sich gebürtige Shanghaier in hohem Maße auf ihre Arbeit. Der größte Teil des Tages ist der Arbeit gewidmet. Aber ca. 70 % der Einwohner kommen aus anderen Teilen Chinas, bei diesen ist die berufliche Tätigkeit weniger dominant. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Leben wirklich sehr teuer ist, und das wirkt sich auf vielen Ebenen aus.

Sehr interessant, nicht wahr?
In diesem Zusammenhang möchten wir daran erinnern, dass am 10. April während der Design Week in Meda das Berto为Shanghai Projekt startet.
Die Reise unseres Unternehmens nach China und nach der legendären Stadt Shanghai beginnt genau an diesem Tag.
Gute Reise!

BERTO为SHANGHAI crowdcrafting berto salotti

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